Neuro-muskuläre Krankheiten
Rehabilitation
Senioren, Vegetarier und Rekonvaleszente
Gehirn und Nervenzellen
Skelettmuskulatur und Sport
Zellschützende Wirkungen
Hoher Energieverbrauch
Creatine Kinase
Bibliographie
Neuere Forschungsarbeiten zeigen, dass nicht nur Athleten und Spitzensportler von Kreatin profitieren können, sondern auch Personen, die in Beruf und Alltag unter physischem und psychischem Leistungsdruck stehen, sowie Rekonvaleszente , deren Muskelmasse und Kraft nach längerer Bettlägerigkeit mehr oder weniger stark reduziert worden ist.
Dasselbe gilt insbesondere auch für Vegetarier und ältere Personen, die nachweislich signifikant niedrigere Kreatin- und Phospho-Kreatin Spiegel in ihren Muskeln aufweisen (Smith et al. 1998; Burke et al. 2003)). Auf Grund von Studien am Menschen und von positiven Berichte vieler Personen, die Kreatin zu sich nehmen, kann gefolgert werden, dass diese Substanz auch die Leistung des Gehirns, z.B. Lernen und Gedächtnis (Watanabe et al. .2002; Rae et al. .2003) , sowie die Koordination der Bewegung verbessern und gleichzeitig die Stresstoleranz erhöhen kann (McMorris et al. 2007) . Viele Probanden berichten zudem, dass sie sich mit Kreatin auch psychisch schneller und besser erholen und weniger Schlaf benötigen.
Die muskulären Phospho-Kreatin-Speicher nehmen mit dem Alter nämlich deutlich ab (Pastoris et al. 1998) und die Gruppe der Personen ab 50 Jahren profitieren am meisten von einer Kreatin-Supplementation (Smith et al. 1998). Es ist offensichtlich, dass sich eine Kreatin-Supplementation deshalb besonders auch für Senioren eignet und dieses Mittel als wertvolles Zusatz- und Aufbaupräparat für den Geriatriebereich auch in Alters- und Pflegeheimen mit Erfolg eingesetzt werden könnte. Kreatingaben wären sicher auch für magersüchtige (anorektische) jüngere und ältere Patienten zu empfehlen.
Es ist allgemein bekannt, dass schon nach relativ kurzer Bettlägerigkeit sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelkraft von immobilisierten Patienten signifikant abnehmen und ein Wiederaufbau des Muskelapparates während der Rekonvaleszenz auch unter regelmässiger Physiotherapie und mit entsprechendem Krafttraining längere Zeit in Anspruch nehmen kann. In diesem Zusammenhang ist kürzlich ein Durchbruch mit der Anwendung von Kreatin gelungen. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass bei freiwilligen Probanden, denen während 2 Wochen ein Bein von der Hüfte bis zu den Zehen eingegipst (immobilisiert) worden war, durch Kreatineinnahme der Verlust an Muskelmasse am immobilisierten Bein im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zwar nicht signifikant vermindert werden konnte, aber dass sich sowohl Muskel- und Kraftzuwachs nach Entfernung des Gipses während der Rehabilitationsphase bei der Kreatin-Gruppe deutlich besser entwickelten und die Durchmesser aller Muskelfasern nach der Rehabilitation signifikant grösser waren als bei der Kontrollgruppe, die kein Kreatin zu sich nahm (Hespel et al. 2001). Auf Grund dieser Daten wird für die Rehabilitation, z.B. von Hüft- und Kniegelenk-Operierten Kreatin in Schweizerischen Rehabilitationszentren, wie Bad-Ragaz, bereits schon mit Erfolg eingesetzt.
Bibliographie: 1) Watanabe A, Kato N, Kato T.: Effects of creatine on mental fatigue and cerebral hemoglobin oxygenation. Neurosci Res. 2002 Apr;42(4):279-85. 2) McMorris T, Harris RC, Howard AN, Langridge G, Hall B, Corbett J, Dicks M, Hodgson C. Creatine supplementation, sleep deprivation, cortisol, melatonin and behavior. Physiol Behav. 2007 Jan 30;90(1):21-8. Epub 2006 Oct 13. 2) Rae C, Digney AL, McEwan SR, Bates TC. Oral creatine monohydrate supplementation improves brain performance: a double-blind, placebo-controlled, cross-over trial. Proc Biol Sci. 2003 Oct 22;270(1529):2147-50.
Kreatin Supplementierung kombiniert mit Krafttraining bei älteren Männern
Chrusch MJ et al.: 1: Med Sci Sports Exerc. ; 2001-Dez; 33 (12):2111-7
Ziel: Die Wirkung der Kreatin (Cr) Supplementierung, kombiniert mit einem Krafttraining und die Auswirkung auf die Muskelleistung und Körperzusammensetzung, zu untersuchen. Methode: Dreissig Männer wurden randomisiert, doppelblind entweder der Gruppe der Kreatin Supplementierung (CRE, n = 16, Alter = 70.4 +/-1,6 Jahre) oder der Placebo-Gruppe (PLA, n = 14, Alter = 71.1 +/-1,8 Jahre) zugeteilt. Die Cr-Einnahme bestand aus 0,3 g Cr / kg Körpergewicht während der ersten 5 Tage (Ladephase) und nachher 0,07 g Cr / kg Körpergewicht. Beide Gruppen nahmen am Krafttraining teil (36 Sitzungen, 3 mal pro Woche, 12 Übungen, mit 3 x 10 Wiederholungen). Die Muskelkraft wurde aufgrund der ersten maximalen Anzahl Wiederholungen (1-RM) für die Bein-Presse (BE), Knie-Stecken (KS) und Bank-Pressen (BP) bewertet. Die Ausdauerleistung der Muskeln wurde bewertet durch die maximale Anzahl von Wiederholungen über 3 Übungen (unterbrochen durch 1-Minuten Ruhe), mit der Intensität von 70 % der Ausgangsleistung (1-RM) für BE und 80 % (1-RM) für den KS und BP. Resultate: Verglichen mit der PLA- hatte die CRE-Gruppe eine bedeutend grössere Zunahmen von fettfreier Körpermasse (CRE, + 3,3 kg; PLA, + 1,3 kg), und Kraft BP 1-RM (CRE, + 50,1 kg; PLA + 31,3 kg), KS 1-RM (CRE, + 14,9 kg; PLA, + 10,7 kg), BP- Ausdauer (CRE, + 47 Wiederholungen; PLA, + 32 Wiederh.), KS-Ausdauer (CRE, + 21 Wiederh.; PLA + 14 Wiederh.), und die durchschnittliche Kraft (CRE, + 26,7 W; PLA, + 18 W). Die Änderungen des Fettanteils, BE (1-RM) und BP Ausdauer waren bei beiden Gruppen ähnlich. Schlussfolgerung: Die Kreatin Supplementierung, wenn sie mit Krafttraining kombiniert ist, erhöht die fettfreie Muskelmasse und die Kraft in den Beinen, verbessert die Ausdauer und die Kraft bei Männern im Alter um 70 Jahre.
Kreatin-Monohydrat und Krafttraining und erhöhen in den Knochen den Mineralgehalt und die Dichte bei älteren Männern
P.D. Chilibeck: The Journal of Nutrition, Health and Aging, 1-4 (2004)
Zusammenfassung: Das Ziel war, die Wirkungen der Kreatin-Supplementation auf das Krafttraining zu untersuchen und gleichzeitig den Einfluss auf den Mineralgehalt und die Dichte der Knochen bei älteren Männern. Neunundzwanzig ältere Männer (Alter 71 Jahre) wurden randomisiert (doppelblind) ausgewählt, die entweder Kreatin (0.3 g/kg täglich während der ersten 5 Tage und danach täglich 0.07 g/kg) oder Placebo während des Krafttrainings (12 Wochen) erhielten. Der Mineralgehalt der Knochen und die Mineraldichte wurden mit doppelten Röntgenstrahlen vor und nach dem Krafttraining bestimmt. Es gab eine Hauptwirkung für Ganzkörper- und Beinknochen-Mineraldichte (p <0.05). Mit diesen Messungen wurden ungefähr 0.50 % und resp. 1.0 % Zunahme in den verschiedenen Gruppen festgestellt. Es gab einen deutlichen Unterschied in den Gruppen. Diejenigen, die Kreatin einnahmen, hatten einen um 3,2 % höheren Mineralgehalt in den Armknochen als die Gruppe, die kein Kreatin einnahm, die einen Rückgang von 1 % verzeichnete (nicht signifikant). Änderungen im fettfreien Gewebe der Arme korrelierten mit den Änderungen des Mineralgehaltes der Armknochen (r=0.67; p <0.01). Das Krafttraining während 12 Wochen erhöhte bei älteren Männern die Mineraldichte in den Knochen. Deshalb kann die Supplementation mit Kreatin einen zusätzlichen Nutzen darstellen mit dem höheren Mineralgehalt der Knochen. Die Zunahme im Mineralgehalt der Knochen kann erklärt werden mit der zunehmenden Muskelmasse mit der Kreatin-Einnahme mit der potentiell grösseren Spannung auf die Knochen bei den Muskelansätzen an den Knochen.
Die Wirkung von Kreatin und Gewichtstraining auf das Muskelkreatin und die Leistung bei Vegetariern
Burke D.G. et al. : Med. Sci. Sports Exerc. Vol. 35. No 11, pp. 1946-1955, 2003.
Ziel: Vergleich der Änderung im Muskelkreatin, Faser-Morphologie, Zusammensetzung der Körpermasse, Hydratationsstatus und der Leistungsvergleich zwischen Vegetariern (VG) und Nichtvegetarier (NV) bei 8-wöchiger Kreatin-Supplementation. Methode: 18 VG und 24 NV (19-55 Jahre alt) wurden (doppel-blind) in eine der vier Gruppen eingeteilt: VG + Kreatin (VGCr, n = 10) VG + Placebo (VGPl, n = 8), NV + Kreatin (NVCr, n = 12), und NV + Placebo (NVPI, n = 12). Vor Beginn und am Ende der Studie wurden Muskelbiopsien vom M. vastus lateralis genommen, die Körperzusammensetzung mittels DXA und die Kraft (1 RM) beim Bank- und Beinpressen ermittelt. Alle Probanden nahmen an demselben 8-wöchigen Krafttraining teil. Die Kreatin-Dosierung wurde aufgrund der fettfreien Gewebemasse festgelegt.
Ergebnisse: Die Biopsie-Proben zeigten, dass die gesamte Menge von Kreatin bei den VG verglichen mit NV bei den Ausgangswerten deutlich niedriger war. Bei den Kreatin einnehmenden Probanden gab es eine grössere Zunahme von Phospho-Kreatin, des Gesamt-Kreatins und mehr Kraft beim Bankpressen, isokinetischer Leistung, Fasergewebe Typs II und des gesamten fettfreien Gewebes verglichen mit den Placebo-Probanden (P <O.05). Vegetarier, die Kreatin bei Beginn des Leistungsaufbaus einnahmen, hatten eine grössere Zunahme im Gesamtkreatin, Phosphokreatin und fettfreiem Gewebe als Nichtvegetarier, die Kreatin (P <0.08) einnahmen. Die Veränderung im gesamten Muskelkreatin korrelierte signifikant mit den Ausgangswerten des gesamten Muskelkreatins, der fettfreien Gewebemasse und Trainingsleistung. Diese Ergebnisse bestätigen eine energetische Wirkung von Kreatin während des Krafttrainings und bestätigt, dass Probanden mit niedrigem intramuskulärem Kreatinspiegel (Vegetarier) besser auf die Kreatin-Supplementation ansprachen.
