„Missverständnisse und Falschmeldungen über Kreatin“

Es ist unbestritten, dass Kreatin deutliche leistungssteigernde Effekte beim Sport hat und auch sonst für Gesundheit und bei diversen Krankheiten sinnvoll eingesetzt werden kann. Von der Anwendung im Sport muss erwähnt werden, dass die Auslobung der leistungssteigernden Wirkung von Kreatin aber oft masslos übertrieben worden ist. Realistisch sind, je nach Sportart Leistungssteigerungen im Bereich von 10 bis maximal 20% und diese sind vom Trainingszustand des Athleten abhängig.
Viel schlimmer aber ist die Tatsache, dass Kreatin von vielen "Experten“, vor allem in den früheren 1990er Jahren, als die Substanz unter Sportlern populär wurde, mit zum Teil vernichtender Kritik überhäuft wurde oder diverse nicht belegte Nebenwirkungen und sogar Todesfälle mit Kreatin in Verbindung gebracht worden sind. Ganz speziell gibt es zahlreiche falsche Meinungen über Kreatin, die mit den ersten Anwendungen von Kreatin in den frühen 1990er Jahren ausschliesslich von Body-Buildern und Spitzenathleten entstanden sind, vorwiegend weil damals Kreatin massiv überdosiert eingenommen worden ist, in der Meinung: „je mehr desto besser“
In der Zwischenzeit widerlegen viele wissenschaftliche Untersuchungen und Publikationen diese Falschinformationen, insbesondere auch was die angeblichen Nebenwirkungen von Kreatin, einer natürlichen, körpereigenen Substanz, betreffen.

Allgemeine Bemerkung

Am Anfang wollte sich niemand mit Kreatin identifizieren. Sportler, die Kreatin einnahmen, hatten Angst, dass sie einen Leistungs-Vorteil verlieren könnten, wenn sie andere auf die leistungssteigernde Wirkung von Kreatin aufmerksam machen würden. Zudem war damals noch nicht klar, ob Kreatin vielleicht doch als Dopingmittel eingestuft werden könnte.
Die Ärzte standen dieser leistungssteigernden Substanz ablehnend gegenüber, weil die Wirkungsweise nicht verstanden und sie zum Teil heute noch Kreatin mit Kreatinin (dem zyklischen Abbauprodukt von Kreatin), oder sogar Carnitin oder Carotin, verwechseln. Zu dieser Zeit waren auch noch wenig wissenschaftliche Informationen über die Wirkungsweise von Kreatin zugänglich. Überall gab es somit Gerüchte und Werbung für Kreatin, die dessen Wirkung masslos übertrieben.

Der Tatsache, dass die diversen Anwendungen von Kreatin, als natürliche Körpersubstanz, die seit mehr als 150 Jahren bekannt ist, nur schlecht patentrechtlich geschützt werden können, und dass Kreatin eine vergleichsmässig sehr billige Substanz ist, macht Kreatin per se für Pharmafirmen uninteressant. Deshalb ist es nicht überraschend, dass sich bis heute keine namhafte Firma (Konzern) für die Promotion von Kreatin entschieden hat, obwohl alle von den positiven Wirkungen, die bis heute publiziert worden sind, Kenntnis haben. Auf der anderen Seite werden in Unternehmungen wie Nestlé, im Bereich von „Functional Food“ und „Nutritional Medicine“ zahlreiche Versuche gemacht werden. In dem neuesten Buch von weltweit führenden Experten in der Kreatin-Forschung wird aber dem Kreatin eine grosse Zukunft generell für die Volksgesundheit vorausgesagt, sowie auch die durchaus positiven Wirkungen als natürliche Hilfstherapie bei verschiedenen skeletto-muskulären, neuromuskulären und neuro-degenerativen Krankheiten dargestellt.
(siehe „Creatine und Creatine Kinase in Health and Disease“ (edited by Salomons, G and Wyss, M) 2007 in Series: „Subcellular Biochemistry“: Vol 46 , Springer, I SBN: 978-1-4020-6485-2).

Hier einige Mythen:

  1. Gefährliche Ladedosis von 20 g
  2. Nierenschäden entstehen
  3. Schäden bei Langzeiteinnahme
  4. Notwendige Einnahmeunterbrüche
  5. Muskelkrämpfe und Muskelverletzungen
  6. Kontraproduktiv im Ausdauersport
  7. Gewichtszunahme
  8. Nicht für Kinder und Jugendliche im Wachstum
  9. Missbrauch und Einsteigerdroge
  10. Häufig Blähungen und Durchfall
  11. Zukunft