Nicht für Kinder und Jugendliche im Wachstum

Mangels anfänglichen Erfahrungen über die Einnahme bei diesen Personen, formulierte man diese Vorsichtsmassnahme. Auch der Gesetzgerber erliess eine vorsorgliche Pflichtinformation: „Nicht für Kinder und Jugendliche im Wachstum geeignet.“ (Anhang 12 zu Art. 20, Abs. 7 und 13 der LMV):

Sicher sollte der Einsatz bei dieser Gruppe zurückhaltend sein. Es gibt aber zahlreiche Gründe, Kreatin zu verschreiben: Traumatische Hirnverletzungen, Muskelkrankheit, schwache Kinder und Jugendliche, Mangelernährung, Vegetarier, nachhaltigere Regeneration für jungen Spitzensportler, u.a. Ein wichtiger Aspekt von Kreatin ist, dass diese Substanz in der Muttermilch vorkommt und ein Säugling von ca. 5 kg, je nach Milchzusammensetzung der Mutter, rund 0.1-0.2 Gramm Kreatin pro Tag zu sich nimmt. Patienten mit dem sogenannten „Kreatin-Defizienz-Syndrom“, die entweder einen Defekt in der körpereigenen Kreatin-Synthese oder im Kreatin-Transporter haben, zeigen klinisch schwerwiegende neurologische Symptome, Entwicklungsstörungen, mentale Behinderungen, Epilepsien, Autismus bis zu Atrophie des Gehirns. Das beweist, dass Kreatin für die normale Entwicklung und Funktion des Gehirns und der Nerven absolut unerlässlich und essentiell ist.
Somit wäre Kreatin besonders für Vegetarierinnen während der Schwangerschaft und Stillzeit angesagt und sinnvoll, weil die Muttermilch damit angereichert würde. Bisher gibt es noch praktische keine Studien betreffend Kreatin und Säuglingen, respektive Kindern.
In einer Studie, wo Frühgeborenen Säuglingen mit signifikantem Untergewicht und Problemen mit der Atmung (Apnoe) 200mg Kreatin pro kg und Tag während insgesamt 14 Tagen verabreicht wurden, hat sich gezeigt, dass das diese hohe Dosis von Kreatin ohne nennenswerte Probleme toleriert wurde. Allerdings hat man in der relativ kurzen Zeit der Kreatingabe keinen Effekt auf die zu schwach ausgebildete Atemmuskulatur und entsprechend der Atmung der Frühgeborenen zeigen können.

Publikationen: G. Sakellaris et al.
Traumatischen Hirnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen werden durch Verabreichung von Kreatin verringert.
Eine offene randomisierte Pilotstudie.
J Trauma: 2006; 61:322-329.
Bohnhorst B, Geuting T, Peter CS, Dördelmann M, Wilken B, Poets CF.
Randomized, controlled trial of oral creatine supplementation (not effective) for apnea of prematurity.
Pediatrics. 2004 Apr;113(4):e303-7
Schulze A.: Creatine deficiency syndromes. Mol Cell Biochem. 2003 Feb;244(1-2):143-50. Review

Am J Obstet Gynecol. 2008 Feb 21 (Epub ahead of print):
Mütterliches Kreatin: Erreicht es den Fetus und erhöht es das Überleben nach einer akuten hypoxischen Episode bei der Maus (Acomys cahirinus)?
Ireland Z, Dickinson H, Snow R, Walker DW (Department of Physiology, Monash University)